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Institut für Anorganische Chemie

Professor Helmut Werner mit Ehrendoktorwürde der Universität Jena ausgezeichnet

06.11.2006

Am Dienstag, den 07.11. zeichnete die Universität Jena in einer akademischen Feier den Würzburger Professor Helmut Werner in Anerkennung seiner vielfältigen wissenschaftlichen Leistungen und seines Einsatzes bei der Neuordnung der Universitätsstruktur mit der Ehrendoktorwürde aus. Der so Geehrte war bis 2002 Inhaber des Lehrstuhls Anorganische Chemie II an der Universität Würzburg.

Professor Werner wurde 1934 in Mühlhausen in Thüringen geboren und studierte Chemie an der Universität Jena. Als er 1958 seine Diplomarbeit abgeschlossen hatte, eröffneten ihm die Behörden der DDR, er müsse sich erst einmal in einem volkseigenen Betrieb bewähren und so seine Solidarität zum sozialistischen Staat beweisen; erst dann dürfe er promovieren. Statt diesen Rat zu befolgen verließ er, nur mit seinem Wissen im Kopf und einer Aktentasche in der Hand, die DDR und gelangte auf einigen Umwegen nach München, wo er schließlich unter der Anleitung des späteren Nobelpreisträgers E. O. Fischer 1961 den Doktortitel erwarb. Danach ging er in die USA, um am California Institute of Technology in Pasadena ein Forschungsprojekt zu bearbeiten, kehrte 1963 zurück nach München, habilitierte sich 1966 für das Fach "Anorganische Chemie" und bekam zwei Jahre später eine Stelle als Professor für Anorganische Chemie an der Universität Zürich. 1975 erhielt er dann den Ruf an die Universität Würzburg. Auf seine Initiative geht die Gründung des Sonderforschungsbereichs 347 zurück, dessen Sprecher er während der gesamten Laufzeit 1990 bis 2001 war und der der hiesigen Universität viele Millionen an Forschungsgeldern eingebracht hat.

 

Professor Werners Forschungsgebiet ist die "Organometallchemie". Dabei geht es darum, wie man mit Hilfe von Edelmetallen wie Ruthenium, Osmium, Rhodium oder Iridium neue chemische Reaktionen bewerkstelligen und bekannte Reaktionen vereinfachen und beschleunigen kann. Auf diesem Gebiet gilt Professor Werner als einer der führenden Wissenschaftler, den man bis heute weltweit immer wieder zu Tagungen, Vortragsreisen und Gastprofessuren einlädt. Drei berühmte wissenschaftliche Gesellschaften, die Royal Society of Chemistry, die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina und die New York Academy of Sciences wählten ihn zum Mitglied. Seine Arbeit hat ihm darüber hinaus weltweit eine große Zahl von Preisen und Auszeichnungen eingetragen, unter anderem 2001 die Ehrendoktorwürde der Universität Zaragoza und jetzt die der Universität Jena.

 

In seiner aktiven Zeit in Würzburg hat Professor Werner 136 Diplomarbeiten betreut, und 110 Chemiker erwarben unter seiner Anleitung den Doktorgrad. Seine Schüler sind längst in verantwortungsvollen Positionen tätig, einige davon sind selbst wieder Professoren für Anorganische Chemie geworden und führen die Tradition ihres Lehrers fort. Wer es nur irgendwie einrichten kann kommt zu den legendären Ehemaligentreffen nach Würzburg zurück, um alte Freundschaften aufleben zu lassen und neue zu knüpfen.

 

Seit Herbst 2002 ist Professor Werner formal im Ruhestand. Die damit verbundene Befreiung von einigen eher ungeliebten Pflichten gibt ihm willkommene Zeit für die Arbeit an Veröffentlichungen, für die Pflege wissenschaftlicher Kontakte, insbesondere mit Kollegen in Spanien, und nicht zuletzt für erholsame Wanderungen durch das Engadin.

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