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Institut für Organische Chemie

Claudia Höbartner folgt auf Gerhard Bringmann

20.06.2017

Nach 30 sehr erfolgreichen Jahren der Forschung auf dem Gebiet der Naturstoffchemie gilt das Forschungsinteresse am Lehrstuhl für Organische Chemie I zukünftig der Funktionalisierung von Nukleinsäuren für die Markierung, Detektion und Visualisierung von Biomolekülen.

Prof. Dr. Claudia Höbartner
Prof. Dr. Claudia Höbartner forscht an RNA und DNA (Foto:privat)

Claudia Höbartners Berufung zum 1. Juli 2017 bedeutet einige Veränderungen am Institut für Organische Chemie. Denn für die Forschung an funktionalen Nukleinsäuren müssen am Lehrstuhl für Organische Chemie I neue Techniken etabliert werden, die über die präparative organische Synthese hinausgehen. Aus diesem Grunde werden einige der Labore für biochemische und molekularbiologische Arbeitstechniken ausgestattet, inklusive eines Labors für Markierungsexperimente mit dem Radionuklid 32P.

Im Top-Journal Nature veröffentlichte Höbartner im Jahr 2016 die erste Röntgenstruktur eines DNA-Enzymes (Desoxyribozym), welches die Verknüpfung (Ligation) zweier RNA-Fragmente katalysiert. Obwohl seit über 20 Jahren intensiv an katalytisch aktiver DNA geforscht wird, war dies zuvor noch niemandem gelungen. Dabei sind diese Enzyme nützliche molekulare Werkzeuge und aussichtsreiche Kandidaten für analytische und therapeutische Anwendungen. Ebenfalls im Jahr 2016 erhielt Höbartner einen ERC Consolidator Grant.

Prof. Höbartners weitere Forschungsinteressen gelten der In-Vitro-Selektion fluorogener RNA- / DNA-Aptamere und Desoxyribozyme, der RNA-Markierung mit Desoxyribozymen durch DNA-katalysierte Ligation, der Synthese von paramagnetischen Nukleosid-Bausteinen und Nukleinsäuren für EPR- und NMR-Spektroskopie, der Entwicklung von fluorogenen bioorthogonalen Markierungsreaktionen und Nukleinsäuren zur Erforschung der chemischen Biologie natürlicher RNA-Modifikationen und ihrer Bedeutung für die Struktur und Funktion von RNA. Diese Forschungsgebiete werden es Höbartner ermöglichen, nicht nur mit Kollegen an der Fakultät für Chemie und Pharmazie zu kooperieren, sondern auch mit Wissenschaftlern am benachbarten Biozentrum und am neuen Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung.

Claudia Höbartner verfügt über eine achtjährige Erfahrung als Hochschullehrerin an der Universität Göttingen, zunächst als Gruppenleiterin am dortigen Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie, später dann als W2-Professorin. An der Universität Würzburg wird sie sich ab dem Wintersemester 2017/18 an den Vorlesungen und Praktika beteiligen. Bewerbungen für Bachelor,- Master- und Doktorarbeiten, die auch kurzfristig starten können, nimmt sie aber schon ab Juli 2017 gerne entgegen.

Kontakt

Prof. Dr. Claudia Höbartner, Institut für Organische Chemie, Universität Würzburg, claudia.hoebartner@uni-wuerzburg.de, Tel. 0931 31 89693

Von C. Stadler

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