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Fakultät für Chemie und Pharmazie

Kirche trifft Pharmazie

22.06.2021

Der Bischof des Bistums Würzburg, Dr. Franz Jung, hat das Institut für Pharmazie besucht und einen Einblick in die Forschungstätigkeiten der Würzburger Pharmazie erhalten.

Dr. Dr. Thomas Richter, Professor Dr. Dr. Lorenz Meinel, Bischof Dr. Franz Jung und Professorin Dr. Ulrike Holzgrabe vor dem Eingang des Institutes für Pharmazie und LMC
© Dr. Dr. Thomas Richter | Vor dem Gebäude der Pharmazie im Würzburger Stadtteil Hubland (von links): Dr. Dr. Thomas Richter, Professor Dr. Dr. Lorenz Meinel, Bischof Dr. Franz Jung und Professorin Dr. Ulrike Holzgrabe.

Würzburg (POW) „Wer die Menschen verstehen will, muss ihre Arbeit kennen.“ Motiviert von diesem Motto Bischof Dr. Julius Döpfners hat Bischof Dr. Franz Jung am Freitag, 18. Juni, sowohl universitäre Einrichtungen der Pharmazie als auch eine öffentliche Apotheke in Würzburg besichtigt, heißt es in einer Pressemitteilung.

Basis der Apothekerausbildung ist die wissenschaftliche Pharmazie, die seit den späten 1960er Jahren in Würzburg auf dem Universitätsgelände am Hubland beheimatet ist. Dort empfingen die Lehrstuhlinhaber Professorin Dr. Ulrike Holzgrabe, Vizepräsidentin der Julius-Maximilians-Universität, sowie Professor Dr. Dr. Lorenz Meinel, Inhaber des Lehrstuhls für pharmazeutische Technologie, Bischof Jung. Im Alltag der Menschen spiele die Pharmazie nicht nur in Coronazeiten eine Schlüsselrolle. Die hohe Lebensqualität der europäischen Bevölkerung erkläre sich unter anderem durch die Fortschritte in der modernen Arzneimitteltherapie der vergangenen Jahrzehnte.

Zu den Kernaufgaben der wissenschaftlichen Pharmazie zählt zum einen die Lehre und die damit verbundene Ausbildung von Apothekerinnen und Apothekern. Zum anderen stellte Professorin Holzgrabe dem Bischof die Forschung ihres Lehrstuhls für pharmazeutische Chemie vor. Zu deren Schwerpunkten zählt unter anderem die Entwicklung von Antibiotika, die zur Behandlung der Leishmaniose, einer schweren Tropenkrankheit, eingesetzt werden können. Diese kann Mensch und Tier befallen und führt zu Hautveränderungen, aber auch zur Schädigung innerer Organe. Neben der Forschung zu neuen Therapeutika spielt aber auch die Arzneistoffanalytik eine große Rolle. Diese ermögliche eine Aufklärung von beispielsweise aus Asien importierten „pflanzlichen Wunderpulvern“ gegen Volkserkrankungen, die sich bei genauer Analytik als ein Gemisch von gefährlichen Stoffen entpuppten und zu schweren Nebenwirkungen führen könnten.

Auch Professor Meinel gab dem Bischof einen Einblick in seine Forschungs- und Lehrtätigkeit. Die von ihm vertretene Technologie sei auch als „Galenik“ bekannt und stelle die „Mutter aller pharmazeutischen Wissenschaften“ dar. Dort erlernten die sich in Ausbildung befindlichen Pharmazeuten ihr Kerngeschäft, die Herstellung von Arzneimitteln. Diese findet heute vor allem im industriellen Maßstab statt. Mit der Herstellung von Individualrezepturen ist aber auch die Galenik ein Teil des Aufgabengebietes in der öffentlichen Apotheke. Die an Meinels Lehrstuhl praktizierte Forschung interessierte Bischof Jung ebenfalls in hohem Maße. Beeindruckt zeigte er sich über die Entwicklung eines speziellen Kaugummis, der bei einem auftretenden Infekt einen bitteren Stoff im Mund freisetzt. Möglicherweise lasse sich daraus in naher Zukunft ein Schnelltest für Sars-CoV-2 Infektionen entwickeln. Die Entwicklung des diagnostischen Kaugummis führte bereits vor einigen Jahren zur Ausgründung einer eigenen Firma, an deren Gründung Mitarbeiter von Meinels Lehrstuhl beteiligt waren.

Über die praktische Seite der Pharmazie informierte sich Bischof Jung bei einem Besuch in der Hof-Apotheke zum Löwen, die das Ehepaar Dres. Claudia und Thomas Richter vor fünf Jahren übernommen hat. Dabei ging es um konkrete Themen wie etwa die schnelle Logistik, um Arzneimittel beim pharmazeutischen Großhändler zu bestellen. Interessiert zeigte sich der Bischof daher an der modernen Apotheken-EDV, welche mit Hilfe von Verfügbarkeitsabfragen von Arzneimitteln sowie eigenen Rezeptkameras einen wesentlichen Beitrag zur schnellen, aber auch sicheren Arzneimittelversorgung der Bevölkerung leistet.

Vorgestellt wurde auch die Digitalisierung von Impfpässen, welche ebenfalls seit vergangener Woche zur pharmazeutischen Dienstleistung gehören. Dass Apotheken nicht nur Kunden in der Apotheke betreuen, sondern auch mit der Arzneimittelversorgung von Pflegeeinrichtungen und den damit verbundenen Dienstleistungen beauftragt sind, war ebenfalls ein Aspekt, welcher Bischof Jung vorgestellt wurde. Die Hof-Apotheke wurde vor etwa 500 Jahren in Würzburg als „Löwen-Apotheke“ am Unteren Markt gegründet. Den Zusatz „Hof-“ erhielt sie, da sie sich als Lieferantin der Würzburger Fürstbischofe und des Hochstifts bewährte. Die Inhaber dankten dem Bischof für seinen Besuch, der vor allem Ausdruck einer Wertschätzung für die arbeitenden Menschen vor Ort sei und damit an das Wirken des Würzburger Bischofs Döpfner anknüpfe.

 

Mit freundlicher Genehmigung der Pressestelle der Diözese Würzburg

https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/kirche-trifft-pharmazie/ 

https://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/kirche-trifft-pharmazie-art-10620141

 

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