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Fakultät für Chemie und Pharmazie

DPhG-Vortrag "Arzneimittelinteraktionen 2.0 – Das komplexe Zusammenspiel von Arzneimitteln, Genetik, Nahrung und Hilfsstoffen"

19.11.2019

Vortragender: Prof. Dr. Thorsten Lehr, Klinische Pharmazie, Universität des Saarlandes, Saarbrücken

Multimorbidität und die daraus resultierende Polypharmazie ist vor allem in der geriatrischen Population eine bestehende Problematik. In den USA nehmen beispielsweise 67% der geriatrischen Bevölkerung mehr als fünf Medikamente gleichzeitig ein. Einer von sechs dieser Patienten ist einem hohen Risiko für eine schwerwiegende Arzneimittelinteraktion ausgesetzt. In klinischen Studien, welche das Ausmaß von Arzneimittelinteraktion quantifizieren sollen, werden viele Szenarien aus dem wahren Leben nicht berücksichtigt. Es werden meist nur zwei Arzneimittel gleichzeitig untersucht vor allem in jüngeren, gesunden, meist männlichen Probanden. Auch die genetische Variabilität (Polymorphismen) wird meist durch Ausschlusskriterien eliminiert und Interaktionen durch Nahrung (z.B. Grapefruit) oder neuerdings bekanntwerdende Hilfsstoffe werden nicht ausreichend untersucht. In der pharmazeutischen Realität sind Apotheker*Innen mit der genannten Kombinatorik von Risikofaktoren konfrontiert und es existieren wenige Hilfestellungen, wie dem individuellen Patienten eine optimierte Pharmakotherapie angeboten werden kann. Der Vortrag gibt eine Übersicht über bekannte und neue Mechanismen und Kombinationen bei Arzneimittelinteraktionen und zeigt Lösungsansätze zur personalisierten Pharmakotherapie auf.

Der Vortrag beginnt um 20.15 Uhr in Hörsaal C im Chemizentralgebäude und wird von der Bayerischen Landesapothekerkammer (BLAK) mit 3 Punkten für das Fortbildungszertifikat anerkannt. Gäste sind jederzeit willkommen.

 

Von Dr. Jens Schmitz

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