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Fakultät für Chemie und Pharmazie

Dr. Joachim Steckelberg

10.06.2026

Dr. Joachim Steckelberg schloss sein Chemie-Diplom im Jahr 1994 an der JMU ab. Anschließend promovierte er an der TU Braunschweig. Heute arbeitet er als Standortleiter bei Next Pharma in Berlin.

Wie sind Sie auf Ihre aktuelle Stelle/Branche gekommen? 

head hunter? Ich war zuerst bei der Hoechst AG in der Forschung Textilfarbstoffe, später in der Produktion, bin dann nach Österreich gewechselt wo ich eine Lackproduktionsstätte geleitet habe. Dann 10 Jahre COO eines mittelständischen Pharmaunternehmen, dann Standortleiter in Köln für Sun -Chemicals-Polymer Pigment praparation, dann Betriebsleiter am BASF Standort Ludwigshafen für Pigmente und jetzt wieder Pharma in Berlin - Also viel gesehen. Und wenn man Penicillin macht und jedes Jahr mehr Menschenleben rettet als Berlin Einwohner hat, dann ist das auch erfüllend!

Wie hat das Studium an der JMU Ihnen für Ihrer jetzigen Tätigkeit vorbereitet? 

Hervorraggend. Chemie ist ein praktisches Handwerk, und die Aufgaben erfordern eine intensive Beschäftigung mit dem Problem. Man lernt mit Misserfolgen umzugehen und entwickelt eine hohe Frustrationstoleranz, aber auch die Freude zu schätzen, wenn es so reagiert hat, wie geplant.

Was gefällt Ihnen am besten an Ihre aktuelle Tätigkeit?

Produktionsleiter ist wie Kapitän auf einem Frachtschiff - Man hat verantwortung für die Mannschaft, die Technik, die Liefertreue, kosten,... Manchmal muss man sofort entscheiden, ohne alle Fakten zu haben, auch nachts um 3, wenn die Messwarte anruft. Das schönste ist der Umgang mit Menschen - auch wenn´s manchmal schwierige Situationen sind.

Was ist eine Ihre beste Erinnerung aus der Studienzeit?

Nach der Diplomprüfung im Mai ging ich raus und die Bäume waren grün- hat man vorher nicht gesehen ;)

Haben Sie ein Tipp für Studierende, die kurz vor dem Abschluss und Jobmarkt stehen?

  1. Ich habe als Bewerber ein gutes Dutzend Bewerbungsgespräche hinter mir und als Arbeitgeber über 100. Wichtig ist Authentizität. Nervosität ist gut - sie schüttet Stresshormone aus, die die Aufmerksamkeit steigern, und sie zeigt, wie wichtig einem das Gespräch ist. 
  2. Erzählen Sie nichts von einem Hobby, Buch, Film, das sie nicht haben/kennen, aber meinen es würde sich gut verkaufen. Das geht immer schief. Man will sehen, wie die Person ist, wenn es um etwas Vertrautes, Schönes geht und wie sie mit Begeisterung dabei ist und davon erzählt. Jagd und Fischen sollte man jedoch außen vor lassen - man hat ja mehr als ein Hobby. Lesen, Musik und Tanzen sind Freizeitbeschäftigungen - Kindern aus schwierigen sozialen Lagen im Jugendzentrum vorlesen, ein Instrument spielen, auf Turnieren Tanzen - das sind Hobbies.
  3. Frage einen wirklich guten Freund, jemand der dich schon lange kennt aber kein Familienmitglied, ganz offen über deine Schwächen und deine Stärken. Du wirst überrascht sein, etwas zu hören, was du selbst nicht siehst, aber hervorragend passt.
  4. Die Gehaltsfrage - Nenne keine Zahl, sondern verweise auf die Vergütungsstruktur, die jedes Unternehmen hat. Und freue dich: wenn die Frage nach dem Gehaltswunsch kommt, kommt fast immer auch ein Angebot.

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